02.05.2019

ZahntechnikerIn

© zahn­meis­terN­RW

„Unse­re Arbeit ist dann gut, wenn man sie nicht sieht.“

So beschreibt Zahn­tech­ni­ker­meis­te­rin Elke Fründt tref­fend ihr Hand­werk. Denn wenn das fer­ti­ge Pro­dukt im Mund des Pati­en­ten nicht auf­fällt, haben Zahn­tech­ni­ke­rIn­nen ihr Ziel erreicht. Im Ide­al­fall ver­hel­fen sie ihm damit zum rich­ti­gen Biss und einem strah­len­den Lächeln.

Seit 1931 ist die Zahn­tech­nik als selb­stän­di­ges Hand­werk aner­kannt und seit­dem fes­ter Bestand­teil des Gesund­heits­we­sens. Denn die Gesund­heit der Zäh­ne hat gro­ßen Ein­fluss auf Aus­strah­lung, all­ge­mei­nes Wohl­be­fin­den und somit auf die Lebens­qua­li­tät.

In enger Zusam­men­ar­beit mit Zahn­ärz­ten fer­ti­gen Zahn­tech­ni­ke­rIn­nen Kro­nen, Zahn­brü­cken, Inlays, Pro­the­sen und kom­plet­te künst­li­che Gebis­se an. Auch Sport­mund­schutz, Zahn­span­gen, Knirsch- und Schnar­cher­schie­nen oder kie­fer­or­tho­pä­di­sche Gerä­te fal­len in ihren Auf­ga­ben­be­reich. Arbeits­grund­la­ge bil­den Abdrü­cke von Zäh­nen vom Kie­fer des Pati­en­ten sowie fach­sprach­li­che Beschrei­bun­gen des Zahn­arz­tes.

Bildquelle: VDZI

Trends und Ent­wick­lun­gen

Im Ver­gleich zu ande­ren Hand­werks­be­ru­fen arbei­ten heu­te mehr Frau­en als Män­ner im Bereich Zahn­tech­nik. Vor der Wie­der­ver­ei­ni­gung gab es noch zwei unter­schied­li­che Struk­tu­ren: in den neu­en Bun­des­län­dern wur­de der Beruf mehr­heit­lich von Frau­en und in den alten Bun­des­län­dern von Män­nern aus­ge­übt. Die geschlech­ter­spe­zi­fi­sche Anglei­chung fand erst nach und nach statt.

Nach­hal­tig­keit und maschi­nel­le Tech­no­lo­gi­en spie­len im Bereich Zahn­tech­nik hin­ge­gen schon län­ger eine wich­ti­ge Rol­le. So wer­den zum Bei­spiel im Zusam­men­hang mit dem The­ma All­er­gi­en bio­kom­pa­ti­ble Mate­ria­li­en, die gewe­be­ver­träg­li­cher für Pati­en­ten sind, her­ge­stellt.

Das Hand­werk an sich und dabei ins­be­son­de­re der Her­stel­lungs­pro­zess von Zahn­ersatz befin­det sich in einem Wand­lungs­pro­zess. Scan­ner, Mehr­achs-Fräs­ma­schi­nen und 3D-Dru­cker beglei­ten das Zahn­tech­ni­ker-Hand­werk. Zahn­tech­ni­ke­rIn­nen arbei­ten schon heu­te mehr am Com­pu­ter als noch vor ein paar Jah­ren. Dent­al­la­bo­re wer­den sich somit ver­stärkt dem fort­schrei­ten­den Digi­ta­li­sie­rungs­pro­zess anpas­sen und posi­tio­nie­ren müs­sen.

Eines ist jedoch allen tech­ni­schen Fer­ti­gungs­pro­zes­sen gleich: Es brauch­te frü­her, genau­so wie heu­te, qua­li­fi­zier­te und hand­werk­lich geschick­te Fach­leu­te, die mit dem pro­fun­den Wis­sen neue Mate­ria­li­en, Gerä­te und Tech­ni­ken ord­nungs­ge­mäß und zum Wohl der Pati­en­ten anwen­den. Auch zukünf­tig wer­den manu­el­le Arbeits­schrit­te wie die indi­vi­du­el­le Ver­blen­dung oder das spe­zi­el­le Aus­for­men von Zäh­nen für den ein­zel­nen Pati­en­ten eine der Haupt­auf­ga­ben von Zahn­tech­ni­ke­rIn­nen sein. „Das kann man nicht digi­tal von der Stan­ge her­stel­len, weil es alles Uni­ka­te sind.”, meint Zahn­tech­ni­ker­meis­te­rin und Medi­zin­päd­ago­gin Hei­ke Kreß­ner, die 23 Jah­re lang ein eige­nes Dent­al­la­bor lei­te­te und seit 2,5 Jah­ren Berufs­er­pro­bungs­kur­se im Bereich Zahn­tech­nik im Rah­men des Netz­werk­Be­rufs­pra­xis durch­führt.

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Was sind die täg­li­chen Auf­ga­ben von Zahn­tech­ni­ke­rIn­nen?

  • Her­stel­lung von fest­sit­zen­dem und her­aus­nehm­ba­ren Zahn­ersatz
  • Her­stel­lung von kie­fer­or­tho­pä­di­schen Gerä­ten
  • Ergän­zung, Ände­rung und Repa­ra­tur von Zahn­ersatz
  • Ana­lo­ge und digi­ta­le Anfer­ti­gung und Ein­ar­ti­ku­lie­ren von Arbeits­mo­del­len in Spe­zi­al­ge­rä­te
  • Indi­vi­du­el­les Anpas­sen von künst­li­chen Zäh­nen an ana­to­mi­sche Ver­hält­nis­se von Pati­en­ten
  • Schmel­zen von Legie­run­gen und anschlie­ßen­des Gie­ßen in Hohl­for­men
  • Ver- und Bear­bei­ten von Mate­ria­li­en (Bie­gen von Klam­mern, Beschlei­fen, Polie­ren, etc.)
  • Ver­blen­dung von Metall­ge­rüs­ten
  • Design von Arbeits­un­ter­la­gen im CAD/­CAM-Ver­fah­ren am Com­pu­ter

Wie wird man erfolgreiche/r Zahn­tech­ni­ke­rIn?

Die Aus­bil­dung dau­ert drei­ein­halb Jah­re und läuft dual ab, dh. einen Teil davon ver­bringst du im Lehr­be­trieb und den ande­ren in der Berufs­schu­le. Im Dent­al­la­bor lernst das das prak­ti­sche Know-how und in der Berufs­schu­le die Theo­rie. Zusätz­li­ches Wis­sen erhälts du in über­be­trieb­li­chen Aus­bil­dungs­stät­ten. Die Aus­bil­dung schließt mit einer Gesel­len­prü­fung ab.

Wel­che Fähig­kei­ten sind wich­tig und wel­cher Schul­ab­schluss ist Vor­aus­set­zung?

  • Gespür für Far­ben und For­men
  • Fin­ger­fer­tig­keit
  • Gestal­te­ri­sche Fähig­kei­ten
  • Genau­ig­keit
  • Geduld und Aus­dau­er
  • räum­li­ches Vor­stel­lungs­ver­mö­gen
  • natur­wis­sen­schaft­li­ches und tech­ni­sches Inter­es­se
  • tech­ni­sches und medi­zi­nisch-tech­ni­sches Wis­sen

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Wie geht es nach der Aus­bil­dung wei­ter?

Zahn­tech­ni­ke­rIn­nen fin­den meist eine Anstel­lung in Dent­al­la­bo­ra­to­ri­en. Eine Wei­ter­bil­dung zur/m Zahn­tech­ni­ker­meis­te­rIn besteht im Anschluss an die erfolg­reich abge­schlos­se­ne Gesel­len­prü­fung. Mit dem Meis­ter­ti­tel in der Tasche, kannst du dich selbst­stän­dig machen und selbst Lehr­lin­ge aus­bil­den oder als Labor­lei­te­rIn in einem Betrieb arbei­ten. Außer­dem kannst du nach der Meis­ter-Aus­bil­dung ein Stu­di­um absol­vie­ren.

Gehalt wäh­rend der Aus­bil­dung:

Quelle: berufenet.arbeitsagentur.de

Durch­schnitt­li­ches Ein­stiegs­ge­halt

Die Höhe des Ein­stiegs­ge­halts ist von ver­schie­de­nen Grö­ßen, wie vom Betrieb, der Regi­on sowie von dei­ner per­sön­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­on und Ein­satz­be­reit­schaft abhän­gig. Im Zahn­tech­ni­ker-Hand­werk gibt es bis­her kei­ne ein­heit­li­chen Tari­fe.

Hast du Lust auf den Beruf bekom­men? Dann schau doch mal auf fol­gen­der Sei­te: https://www.zahntechnik-ausbildung.de/