Beruf des Monats November: Gold- und SilberschmiedIn

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Gold weist neben sei­ner strah­len­den Schön­heit die Eigen­schaft aller Edel­me­tal­le auf, nicht zu ros­ten. Dies wie­der­um ver­hilft ihm zu ewi­ger Anmut, Pracht und Halt­bar­keit.
Der teu­re Roh­stoff ist des­we­gen seit jeher Objekt der Begier­de und wur­de in vie­len unter­schied­li­chen Epo­chen und Kul­tu­ren auf ver­schie­dens­te Wei­se bear­bei­tet und ver­wen­det. So spiel­te die Gold­schmie­de­kunst unter ande­rem schon bei den Ägyp­tern, den Anden-Kul­tu­ren, in der Anti­ke und nicht zuletzt im Mit­tel­al­ter in Euro­pa eine gro­ße Rol­le. Köni­ge, Kai­ser und Fürs­ten brauch­ten im Mit­tel­al­ter Gold in ihren Kro­nen und Zep­tern und auch die Kir­che benö­tig­te es für Kreu­ze, lit­ur­gi­sche Gerä­te, Reli­qui­en­schrei­ne, usw. In die­ser Zeit hat­te die Gold­schmie­de­kunst eine ihrer Blü­te­zei­ten und Gold­schmie­de eine Men­ge zu tun. Im 14. Jahr­hun­dert ent­stan­den zudem in mit­tel­eu­ro­päi­schen Städ­ten spe­zi­el­le Gold­schmie­de­zünf­te.

Barocke Kirche/ Bildquelle: Pixabay

Der Beruf ver­eint Hand­werk und Kunst wie kein ande­rer. Dabei hän­gen die fer­ti­gen Schmuck­stü­cke wie Ket­ten, Ohr­rin­ge und Arm­rei­fen von der Krea­ti­vi­tät und Fin­ger­fer­tig­keit der Gold­schmie­dIn­nen ab. Die­se löten, fei­len, sägen, bie­gen, häm­mern, schlei­fen, gra­vie­ren und polie­ren was das Zeug hält. Und dabei arbei­ten sie nicht nur mit Gold, son­dern auch mit Edel­stei­nen, Sil­ber, Bern­stein, Edel­stei­nen, Titan, Weiß­gold und wei­te­ren schö­nen Mate­ria­li­en.

Das Gan­ze erfor­dert eine Men­ge Übung und daher ist die Aus­bil­dung mit drei­ein­halb Jah­ren ver­gleichs­wei­se lang. In den ers­ten zwei Jah­ren wer­den Basis­wis­sen über Mate­ria­li­en, Arbeits­ab­läu­fe und Tech­ni­ken erwor­ben. Im drit­ten Aus­bil­dungs­jahr spe­zia­li­siert man sich in einer der vier fol­gen­den Fach­rich­tun­gen: Ket­ten (Hals- und Arm­schmuck) aus Edel­me­tall, Schmuck (Rin­ge, Arm­bän­der, Anhän­ger und Ohr­schmuck), Juwe­len (Col­liers, Arm­schmuck und Ohr­schmuck) mit hoch­wer­ti­gen Edel­stei­nen und Dia­man­ten. Sil­ber­schmie­dIn­nen fer­ti­gen grö­ße­re Gerä­te wie Kan­nen, Leuch­ter, Becher und Scha­len. Hier steht vor allem das Schmie­den und Trei­ben des Sil­bers im Vor­der­grund.

Goldschmied lötet Schmuckstück/ Bildquelle: Pixabay

Trends und Ent­wick­lun­gen

Wäh­rend Gold­schmie­dIn­nen im Mit­tel­al­ter sogar noch rich­tig gut bezahlt wur­den, bewe­gen sich laut Meis­te­rin Maren Fory­ta heu­te vie­le oft am Exis­tenz­mi­ni­mum. Auto und Han­dy sei­en aktu­ell viel wert­vol­ler für die meis­ten Men­schen als Schmuck. Auch der har­te Preis­kampf sei Schuld an der Lage. Trotz­dem wür­de sie ihre Arbeit nie mis­sen wol­len. Mehr dazu ver­rät sie uns im Inter­view.

Einen Lehr­lings­man­gel gibt es im Gol­schmie­de-Hand­werk im Ver­gleich zu vie­len ande­ren Gewer­ken aller­dings nicht. Hier sei das Pro­blem eher, dass es zu wenig aus­bil­den­de Betrie­be und somit wenig Stel­len für all­die­je­ni­gen gibt, die gern eine Aus­bil­dung machen wür­den. In allen vier Lehr­jah­ren befin­den sich der­zeit in Ber­lin 27 Azu­bis in einer Leh­re. Im bun­des­wei­ten Ver­gleich sind das laut Fory­ta immer noch ziem­lich vie­le. In Ber­lin gibt es der­zeit 205 Betrie­be im Gold- und Sil­ber­schmie­de-Hand­werk. Davon bil­den 16 Betrie­be aus.

Auch in Hin­blick auf den Anteil weib­li­cher Kol­le­gIn­nen unter­schei­det sich das Gold­schmie­de-Hand­werk von den meis­ten ande­ren Gewer­ken. So gibt es zwar immer zwei bis drei Jungs in den Aus­bil­dungs­grup­pen in Ber­lin, trotz­dem ist der Beruf mitt­ler­wei­le weib­lich domi­niert.

Die beruf­li­chen Chan­cen ste­hen für Gold­schmie­dIn­nen ziem­lich gut, denn es wer­den immer mehr qua­li­fi­zier­te Arbeits­kräf­te gesucht, die auch in ande­ren Berei­chen ein­ge­setzt wer­den kön­nen. So kön­nen Gold­schmie­dIn­nen in jeden Beruf wech­seln bei dem Fein­mo­to­rik eine Rol­le spielt, bei­spiels­wei­se in der Optik oder im Zahn­tech­nik­be­reich.

Auszubildende in der Werkstatt von Juwelier Foryta

Was sind die täg­li­chen Auf­ga­ben von Gold- und Sil­ber­schmie­dIn­nen?

  • Schmuck­ge­stal­tung
  • Schmuck- und Schmuck­tei­le­for­mung mit Pun­zen und Häm­mern
  • flä­chen­ge­stal­ten­de Tech­ni­ken aus­füh­ren
  • Juwel­en­tech­ni­ken aus­füh­ren
  • Schmuck­guss vor­be­rei­ten und durch­füh­ren
  • Stei­ne in Zar­gen- und Krap­pen­fas­sun­gen fas­sen
  • Schmuck auf­ar­bei­ten, repa­rie­ren und umar­bei­ten
  • kom­plet­te Schmuck­stü­cke pla­nen und anfer­ti­gen

Wie wird man erfolgreiche/r Gold- und Sil­ber­schmie­dIn?

Die Aus­bil­dung dau­ert ins­ge­samt 3,5 Jah­re und kann in Aus­nah­me­fäl­len auf 2,5 bis 3 Jah­re ver­kürzt wer­den. Die Theo­rie lernst du in der Berufs­schu­le und die Pra­xis in dei­nem Aus­bil­dungs­be­trieb.

Wel­che Fähig­kei­ten sind wich­tig und wel­cher Schul­ab­schluss ist Vor­aus­set­zung?

  • BBR gewünscht, aber kein Schul­ab­schluss gesetz­lich vor­ge­schrie­ben
  • gute mathe­ma­ti­sche, phy­si­ka­li­sche und che­mi­sche Kennt­nis­se
  • Fin­ger­fer­tig­keit
  • gestal­te­ri­sche Fähig­kei­ten
  • hand­werk­lich-tech­ni­sches Geschick
  • Sorg­falt und Genau­ig­keit
  • Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein

Wie geht es nach der Aus­bil­dung wei­ter?

Du kannst nach dei­ner Aus­bil­dung in ver­schie­de­nen Ein­rich­tun­gen, wie in Juwe­lier­werk­stät­ten, bei Juwe­lie­ren, in Unter­neh­men der Schmuck­in­dus­trie oder in Schmuck­de­si­gn­ate­liers arbei­ten.

Nach Abschluss dei­ner Aus­bil­dung gibt es zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten zur Wei­ter­bil­dung, z.B. als Gestal­ter in den Berei­chen Edel­stein, Schmuck und Gerät oder Edel­me­tall. Du kannst aber auch Gold- und Sil­ber­schmie­de­meis­ter oder Indus­trie­meis­ter Metall wer­den. Hast du die Hoch­schul­rei­fe in der Tasche, bie­tet sich auch ein Stu­di­um der Bil­den­den Küns­te oder im Fach Schmuck­de­sign an.

Gehalt wäh­rend der Aus­bil­dung

© ZVB der Dt. Goldschmiede, Silberschmiede & Juweliere e.V.

Durch­schnitt­li­ches Ein­stiegs­ge­halt

Nach dei­ner Aus­bil­dung kannst du als Gold­schmie­dIn unge­fähr zwi­schen 1.600 bis 1.800 Euro monat­lich ver­die­nen.

Hast du Lust auf den Beruf bekom­men? Dann schau doch mal auf fol­gen­der Sei­te:

https://www.zentralverband-goldschmiede.de/

 

Nachwuchswettbewerb im Goldschmiede-Handwerk „Junge Cellinis“ 2019

Thema: Aus Alt/Urzeit mach Neu/Zukunft