Beruf des Monats Juni: GlaserIn

© Bun­des­in­nungs­ver­band des Gla­ser­hand­werks

Glas hat eine ein­zig­ar­ti­ge Eigen­schaft: Trans­pa­renz. Und trotz Licht­durch­läs­sig­keit kann es Schall und Käl­te ein­däm­men. In der moder­nen Archi­tek­tur ist Glas daher als Bau- und Stil­ele­ment kaum weg­zu­den­ken. Gebäu­de­fron­ten und Fas­sa­den, Glas­kup­peln oder -türen, Vitri­nen, Möbel oder Spie­gel, kunst­vol­le Kir­chen­fens­ter und Pan­zer­glas im Auto, über­all begeg­nen wir dem ältes­ten von Men­schen erschaf­fe­nen Werk­stoff. Für Gla­se­rIn­nen erge­ben sich dadurch inter­es­san­te und abwechs­lungs­rei­che Auf­ga­ben­ge­bie­te.

Es gibt drei ver­schie­de­ne Fach­rich­tun­gen im Gla­ser­hand­werk:

  • Ver­gla­sung und Glas­bau (Ver­ar­bei­ten von Flach­glas zu Fens­tern, Spie­geln sowie anschlie­ßen­des Ein­rah­men)
  • Fens­ter- und Glas­fas­sa­den­bau (Her­stel­len von Fens­tern, Türen, Schau­fens­tern und Fas­sa­den­kon­struk­tio­nen aus Flach­glas. Anfer­ti­gen von Rah­men, Ein­set­zen von Glas­schei­ben und Mon­ta­ge der Bau­tei­le, Glas­re­pa­ra­tu­ren)
  • Glas­ver­ede­lung (Kunst­ver­gla­sun­gen und Glas­ma­le­rei­en, Kan­ten- und Flä­chen­ver­ed­lung oder Schliff und Gra­vur)

Glaszuschnitt / Bildquelle: BIV Bundesinnungsverband des Glaserhandwerks

Trends und Ent­wick­lun­gen

Im Gla­ser­hand­werk herrscht, wie in fast jedem Hand­werk, abso­lu­ter Fach­kräf­te- und Lehr­lings­man­gel vor. Die Zukunfts­chan­cen für Gla­se­rIn­nen ste­hen gut, denn der Werk­stoff wird immer mehr ver­baut. Und auch die Spe­zia­li­sie­rungs­mög­lich­kei­ten im Beruf sind enorm viel­fäl­tig. So kann man neben dem Gla­se­rei­be­trieb auch in der Indus­trie oder sogar in Tisch­le­rei­en oder Schlos­serein eine Anstel­lung fin­den.

Bezüg­lich der Aus­bil­dungs­in­hal­te hat sich im Gla­ser­hand­werk in den letz­ten Jah­ren nicht viel ver­än­dert. Den­noch sei­en laut Imo Tsche­che, Aus­bil­dungs­lei­ter der Gla­se­r­in­nung Ber­lin, Ver­än­de­run­gen im Gla­ser­hand­werk zu bemer­ken. So wer­de in öffent­li­chen Gebäu­den immer mehr Sicher­heits­glas ein­ge­baut, wel­ches nun ver­stärkt von der Indus­trie her­ge­stellt wird und nicht mehr von den Gla­se­rei­be­trie­ben selbst. Der Gla­ser wird somit immer mehr zum Mon­teur als zum Her­stel­ler der Sicher­heits­glä­ser.

Das The­ma Digi­ta­li­sie­rung spie­le, laut Gla­ser­meis­ter Jan Ker­ber von der Fir­ma Bar­tel­GLAS­Ber­lin, bei den Hilfs­mit­teln, wie Mess­ge­rä­ten oder Bau­ak­ten und Zeich­nungs­an­fer­ti­gun­gen über Tablets zuneh­mend eine Rol­le.
Zudem wer­den zukünf­tig ver­mehrt schalt­ba­re Glä­ser pro­du­ziert, die man auf Knopf­druck ver­dun­keln kann. Hier lau­tet das Stich­wort Smart-Glas. Laut Tsche­che gebe es mitt­ler­wei­le Spie­gel mit Touch­pad, auf denen man die Uhr­zeit able­sen oder den Wet­ter­be­richt sehen kön­ne. Die­se Fea­tures wer­den zukünf­tig ver­mehrt eine Rol­le spie­len.

Der Anteil an Gla­se­rin­nen ist immer­noch gering. Den­noch gibt es stets einen gewis­sen Pro­zent­satz an Frau­en, die sich für eine Aus­bil­dung als Gla­se­rin ent­schei­den. In Bild­ein­rah­mung, Kunst­ver­gla­sung und Ver­ede­lung lie­fern Frau­en, laut Tsche­che, oft bes­se­re Ergeb­nis­se als ihre männ­li­chen Kol­le­gen. Sie hät­ten mehr Geschick und Aus­dau­er sowie Gefühl für die Details.

Handgravur / Bildquelle: BIV Bundesinnungsverband des Glaserhandwerks

Was sind die täg­li­chen Auf­ga­ben von Gla­se­rIn­nen?

  • Ent­wür­fe, Werk­zeich­nun­gen und Skiz­zen anfer­ti­gen
  • Mon­ta­ge- und Repa­ra­tur­ar­bei­ten
  • Fens­ter, Fens­ter­tü­ren, Dächer, Schau­fens­ter­an­la­gen ver­gla­sen
  • Glas­vi­tri­nen, Schau­käs­ten, Ganz­glas­tür­an­la­gen und Kunst­ver­gla­sun­gen anfer­ti­gen
  • Ver­ede­lung und Bear­bei­tung von Glas
  • Spie­gel gestal­ten und mon­tie­ren
  • Bau­en von Fens­tern und Fens­ter­tü­ren
  • Win­ter­gär­ten sowie Glas­bau­ten jeg­li­cher Art her­stel­len

Wie wird man erfolgreiche/r Gla­se­rIn?

Die Aus­bil­dung dau­ert drei Jah­re und läuft dual ab. Die Theo­rie lernst du in der Berufs­schu­le und den prak­ti­schen Teil im Aus­bil­dungs­be­trieb. Eine Spe­zia­li­sie­rung fin­det im zwei­ten Aus­bil­dungs­jahr statt.

Wel­che Fähig­kei­ten sind wich­tig und wel­cher Schul­ab­schluss ist Vor­aus­set­zung?

  • eBBR oder MSA erwünscht
  • Geschick­lich­keit
  • Sinn für Far­be und Form
  • Sorg­falt
  • gute kör­per­li­che Kon­sti­tu­ti­on
  • Schwin­del­frei­heit
  • tech­ni­sches Ver­ständ­nis
  • mathe­ma­ti­sches Ver­ständ­nis
  • Team­fä­hig­keit

Fahrzeugverglasung / Bildquelle: BIV Bundesinnungsverband des Glaserhandwerks

Wie geht es nach der Aus­bil­dung wei­ter?

Nach der Aus­bil­dung kannst du eine Anstel­lung bei Fas­sa­den­bau­un­ter­neh­men, bei Her­stel­lern von Flach­glas oder Glas­be­hält­nis­sen, in Betrie­ben des Gla­ser­ge­wer­bes oder in Fahr­zeug­gla­se­rei­en fin­den. Nach bestan­de­ner Gesel­len­prü­fung kann man sich zum Tech­ni­ker (2 Jah­re Tech­ni­ker­schu­le) oder Meis­ter wei­ter­bil­den.

Gehalt wäh­rend der Aus­bil­dung:

Quelle: berufenet.arbeitsagentur.de

Durch­schnitt­li­ches Ein­stiegs­ge­halt:

Das Gehalt, das du nach bestan­de­ner Gesel­len­prü­fung erhältst, ist tarif­lich fest­ge­legt. Es beträgt zwi­schen 1600 bis 1820 Euro im ers­ten Jahr. Dein Gehalt erhöht sich dann im zwei­ten und drit­ten Jahr auto­ma­tisch.

Hast du Lust auf den Beruf bekom­men? Dann schau doch mal auf fol­gen­der Sei­te: http://www.glaserhandwerk.de/