02.07.2019

Beruf des Monats Juli: ElektronikerIn

© EHand­werk

Ohne Strom wür­den unse­re moder­nen Gesell­schaf­ten nicht funk­tio­nie­ren. Wie abhän­gig wir von ihm sind, fällt uns meist bei einem uner­wünsch­ten Strom­aus­fall auf, bei dem wir wie­der zu Ker­zen grei­fen und uns mit einem Buch oder einem Spiel anstel­le des abend­li­chen Fern­seh­pro­gramms begnü­gen müs­sen.

Seit 2003 lau­tet die offi­zi­el­le Berufs­be­zeich­nung „Elek­tro­ni­ker“. Doch den Vor­gän­ger “Elek­tro­in­stal­la­teur” gibt es sogar schon seit 1938. Elek­tro­ni­ke­rIn­nen bie­tet sich heu­te ein enorm viel­fäl­ti­ges Ein­satz­feld. Im All­ge­mei­nen sind sie für die Pla­nung, Ein­rich­tung und War­tung ver­schie­dens­ter elek­tro­ni­scher Gerä­te, Sys­te­me und Anla­gen zustän­dig. Doch die Band­brei­te erstreckt sich vom Ein­stel­len von Ampel­an­la­gen, über die Instal­la­ti­on von Tele­fon- und Daten­net­zen in Büros bis hin zur Ein­rich­tung von Kli­ma­an­la­gen und Unter­hal­tungs­sys­te­men in Gebäu­den.

Im Hand­werk kön­nen ange­hen­de Elek­tro­ni­ke­rIn­nen zwi­schen drei Fach­rich­tun­gen wäh­len: Ener­gie- und Gebäu­de­tech­nik, Auto­ma­ti­sie­rungs­tech­nik und Infor­ma­ti­ons- und Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik. Dane­ben gibt es wei­te­re Fach­rich­tun­gen im indus­tri­el­len Bereich, wie z.B. Maschi­nen- und Antriebs­tech­nik oder Infor­ma­ti­ons- und Sys­tem­tech­nik.

E‑Zubi bedient Smart-HomePanel. Bild Bilderwerk Wiesbaden — Fotograf Sven Biernath

Trends und Ent­wick­lun­gen

Elek­tro­ni­ke­rIn­nen wer­den laut dem Dekra-Arbeits­markt­re­port 2019 so stark gesucht wie kei­ne ande­re Fach­kräf­te­grup­pe. Damit sind sie sogar noch gefrag­ter als Pro­gram­mie­re­rIn­nen und Alten­pfle­ge­rIn­nen. Die Berufs­chan­cen für ange­hen­de Elek­tro­ni­ke­rIn­nen sehen daher blen­dend aus.

Da sich die Tech­nik stän­dig wei­ter­ent­wi­ckelt, ändern sich auch die Anfor­de­run­gen an den Beruf. Er muss sich, wie kein ande­rer, moder­nen Trends und Ent­wick­lun­gen anpas­sen.

Bei Elek­tro­ni­ke­rIn­nen der Fach­rich­tung Ener­gie- und Gebäu­de­tech­nik spielt heu­te die Instal­la­ti­on von soge­nann­ten Smart-Home-Sys­te­men zuneh­mend eine wich­ti­ge Rol­le. Hier wer­den Haus­tech­nik­sys­te­me wie Hei­zung, Kli­ma und Licht mit Sicher­heits­tech­nik wie Alarm- und Über­wa­chungs­an­la­gen sowie Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik wie Inter­net, Tele­fo­ne und Sprech­an­la­gen ver­netzt. Über Touch­pa­nels sind anschlie­ßend alle Funk­tio­nen intui­tiv zu bedie­nen.

Zudem sol­len zukünf­tig soge­nann­te Smart Grids (intel­li­gen­te Net­ze) Erzeu­gung und Ver­brauch von Strom unter Anwen­dung digi­ta­ler Tech­ni­ken regeln und ana­lo­ge Strom­zäh­ler nach und nach durch Smart Meter aus­ge­tauscht wer­den. Die­se ste­hen über das Inter­net mit Netz­be­trei­bern in Ver­bin­dung, kön­nen Daten spei­chern und an ver­netz­te Elek­tro­ge­rä­ten wei­ter­lei­ten.

Auch der 3D-Druck wird bereits in der Elek­tro­nik bereits ange­wen­det. So wer­den bei­spiels­wei­se Ober­flä­chen mit elek­tro­ni­schen Bau­ele­men­ten bedruckt (z.B. für den Mobil­funk oder den Auto­mo­bil­bau). Zukünf­tig sol­len damit sogar gan­ze Bau­tei­le mit inte­grier­ter Elek­tro­nik in einem Vor­gang her­ge­stellt wer­den.

Im Bereich Ener­gie- und Umwelt­tech­nik ste­hen Elek­tro­ni­ke­rIn­nen eben­falls neu­en Her­aus­for­de­run­gen gegen­über. Denn lang­fris­tig sol­len, laut Bun­des­re­gie­rung, Gebäu­de nach ener­ge­ti­schen Gesichts­punk­ten ein­ge­rich­tet und intel­li­gen­te Ener­gie­ver­sor­gungs­sys­te­me unter ver­stärk­ter Nut­zung erneu­er­ba­rer Ener­gi­en instal­liert wer­den.

E‑Zubi und Elektrotechniker führen Messung an Verteiler durch / Bild: ArGe Medien im ZVEH

Was sind die täg­li­chen Auf­ga­ben von Elek­tro­ni­ke­rIn­nen? 

Ener­gie- und Gebäu­de­tech­nik:

Pla­nung, Instal­la­ti­on, Inbe­trieb­nah­me und Instand­hal­tung von elek­tro­tech­ni­schen Anla­gen von Gebäu­den und deren Ener­gie­ver­sor­gung sowie Infra­struk­tur, z.B. Hei­zungs­sys­te­me, Pho­to­vol­ta­ik oder Wär­me­pum­pen.

Auto­ma­ti­sie­rungs­tech­nik:

Pla­nung, Pro­gram­mie­rung, Tes­ten, Instal­la­ti­on und Instand­hal­tung von Rege­lungs­sys­te­men für com­pu­ter­ge­steu­er­te Anla­gen, z.B. Pro­duk­ti­ons­au­to­ma­ten, Anla­gen der Gebäu­de­tech­nik, Ver­kehrs­leit­sys­te­me.

Infor­ma­ti­ons- und Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik:

Pla­nung, Instal­la­ti­on, Mon­ta­ge, Inbe­trieb­nah­me und Instand­hal­tung von elek­tro­ni­schen Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Sicher­heits­sys­te­men, z.B. Gefah­ren­mel­de­an­la­gen, Kon­fe­renz­tech­nik in Tagungs­räu­men, Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik.

Wie wird man erfolgreiche/r Elek­tro­ni­ke­rIn?

Zu Beginn der Aus­bli­dung musst du dich ent­schei­den, wel­che Fach­rich­tung du wäh­len möch­test. Im ers­ten Jahr ist die Aus­bil­dung für alle gleich und im zwei­ten Jahr beginnt dann die Spe­zia­li­sie­rung. Die Aus­bil­dung dau­ert drei­ein­halb Jah­re und schließt mit einer Gesel­len­prü­fung ab. In der Berufs­schu­le lernst du die Theo­rie und im Betrieb die prak­ti­schen Kennt­nis­se und Fähig­kei­ten.

E‑Zubis installieren Beleuchtung / Bild Bilderwerk Wiesbaden — Fotograf Sven Biernath

Wel­che Fähig­kei­ten sind wich­tig und wel­cher Schul­ab­schluss ist Vor­aus­set­zung?

  • MSA erwünscht, aber kein Schul­ab­schluss gesetz­lich vor­ge­schrie­ben
  • Sorg­falt und Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein
  • tech­ni­sches Ver­ständ­nis
  • Geschick­lich­keit
  • Umsicht
  • Lern­be­reit­schaft
  • mathe­ma­ti­sches, phy­si­ka­li­sches und IT-Ver­ständ­nis

Wie geht es nach der Aus­bil­dung wei­ter?

Elek­tro­ni­ke­rIn­nen der Fach­rich­tung Ener­gie- und Gebäu­de­tech­nik kön­nen nach der Aus­bil­dung in Betrie­ben des Elek­tro­tech­ni­ker­hand­werks oder bei Immo­bi­li­en­wirt­schafts­un­ter­neh­men Anstel­lung fin­den (z.B. im Faci­li­ty-Manage­ment).

Elek­tro­ni­ke­rIn­nen der Fach­rich­tung Auto­ma­ti­sie­rungs­tech­nik arbei­ten in Betrie­ben der Elek­tro­in­stal­la­ti­on und bei Her­stel­lern von indus­tri­el­len Pro­zess­steue­rungs­ein­rich­tun­gen.

Elek­tro­ni­ke­rIn­nen der Fach­rich­tung Infor­ma­ti­ons- und Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik kön­nen in Betrie­ben des Elek­tro­tech­ni­ker­hand­werks, bei Netz­be­trei­bern oder bei Her­stel­lern von EDV-Anla­gen und Büro­ma­schi­nen Beschäf­ti­gung fin­den.

Nach der Aus­bil­dung ste­hen dir zudem ver­schie­de­ne Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten offen. So kannst du eine Wei­ter­bil­dung zum Aus­bil­der machen und damit zukünf­ti­ge Azu­bis anler­nen. Außer­dem kannst du dich zum Tech­ni­ker oder zum Meis­ter wei­ter­bil­den um Füh­rungs­auf­ga­ben über­neh­men zu kön­nen. Eine wei­te­re Mög­lich­keit besteht in einem anschlie­ßen­den Stu­di­um (z.B. im Inge­nieur­be­reich).

Gehalt wäh­rend der Aus­bil­dung:

Quelle: berufenet.arbeitsagentur.de

Durch­schnitt­li­ches Ein­stiegs­ge­halt:

Elek­tro­ni­ke­rIn­nen ver­die­nen zu Beginn unge­fähr zwi­schen 1500–2000 Euro brut­to monat­lich. Mit der Zeit steigt es auf durch­schnitt­lich 2500–2700 Euro brut­to an. mit dem Meis­ter­ti­tel kannst du sogar noch mehr ver­die­nen.

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