09.01.2019

Beruf des Monats Januar: MetallbauerIn

© Kreis­hand­wer­ker­schaft Bor­ken

Ein viel­sei­ti­ges Hand­werk mit lan­ger Tra­di­ti­on

Der Metall­bau kann auf eine Jahr­hun­der­te alte Tra­di­ti­on zurück­schau­en und zählt zu den ältes­ten Hand­wer­ken. So wur­de die Zunft der Klein­schmie­de bereits im 14. Jahr­hun­dert gegrün­det.
Die Gesell­schaft hat sich seit­dem stark ver­än­dert und mit ihr natür­lich auch die in der Bran­che her­ge­stell­ten Pro­duk­te. Im frü­hen Mit­tel­al­ter wur­de noch vor­der­grün­dig an Huf­ei­sen und Waf­fen geschmie­det. Heu­te reicht die Palet­te von der Her­stel­lung von Toren, Git­tern, Mes­sern, Gelän­dern bis über Fahr­wer­ke für Nutz­fahr­zeu­ge.

Der Beruf ist daher viel­sei­tig und ange­hen­de Metall­baue­rIn­nen kön­nen vor Beginn der Aus­bil­dung zwi­schen den drei ver­schie­de­nen Fach­rich­tun­gen Kon­struk­ti­ons­tech­nik, Metall­ge­stal­tung und Nutz­fahr­zeug­bau wäh­len. Frü­her nann­ten sich die­se Metall­bau­er­rich­tun­gen noch Bau­schlos­ser, Kunst­schlos­ser und Land­ma­schi­nen­schlos­ser. Erst 1989 erhiel­ten sie ihre heu­ti­ge Bezeich­nung.

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Ent­wick­lun­gen und Trends im Metall­bau­hand­werk in Deutsch­land

Die Metall­bran­che boomt und die Auf­trags­la­ge ist her­vor­ra­gend. Aus die­sem Grund ste­hen die Chan­cen auf einen Job im Anschluss an die Aus­bil­dung der­zeit aus­ge­zeich­net.

Doch der Fach­kräf­te­man­gel ist lei­der auch im Metall­hand­werk spür­bar. 16000 Lehr­lin­ge befin­den sich aktu­ell in Deutsch­land in einer Aus­bil­dung zur/m Metall­baue­rIn. In allen drei Fach­rich­tun­gen wird drin­gend Nach­wuchs gesucht.

Die tech­ni­sche Ent­wick­lung schrei­tet zügig vor­an. Com­pu­ter­ge­steu­er­te Fer­ti­gungs­pro­gram­me wer­den ver­mehrt ein­ge­setzt und Pro­duk­ti­ons­tech­nik inten­siv, auch in klei­ne­ren Betrie­ben, wei­ter­ent­wi­ckelt. Im Zuge der Digi­ta­li­sie­rung und der zuneh­men­den Ver­wen­dung moderns­ter Tech­nik wird weni­ger Mus­kel­kraft benö­tigt und mehr Köpf­chen gefor­dert. Dar­um ent­schei­den sich auch immer mehr Frau­en für eine Aus­bil­dung als Metall­baue­rin.

Was sind die täg­li­chen Auf­ga­ben von Metall­baue­rIn­nen?

Kon­struk­ti­ons­tech­nik:
Im Bereich Kon­struk­ti­ons­tech­nik stellst du Stahl- und Metall­kon­struk­tio­nen wie Fens­ter, Türen und Tore her. Die­se erschaffst du mit­hil­fe manu­el­ler und maschi­nel­ler Ver­fah­ren und durch die Mon­ta­ge ein­zel­ner Bau­tei­le wie aus Ble­chen oder Roh­ren.
Moder­ne Maschi­nen­parks neh­men dir in der Werk­statt schwe­re Arbeit ab. Bei der Arbeit ent­schei­det daher nicht Mus­kel­kraft, son­dern Prä­zi­si­on und Geschick.
So benö­tigst du vor allem Köpf­chen, wenn Werk­zeu­ge oder Bau­tei­le her­ge­stellt wer­den sol­len.

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Metall­ge­stal­tung:
Metall­ge­stal­te­rIn­nen stel­len geschmie­de­te Bau­tei­le, Metall­kon­struk­tio­nen, Archi­tek­tur­ele­men­te und Gebrauchs­ge­gen­stän­de her, mon­tie­ren sie und hal­ten sie instand. In der Aus­bil­dung lernst du mit Schmie­de­ei­sen, Metal­le zu gestal­ten oder zu restau­rie­ren. Der Über­gang vom Gebrauchs­ob­jekt zur Kunst ist hier oft flie­ßend.
Der Pro­dukt­pa­let­te ist zudem nahe­zu kei­ne Gren­ze gesetzt. So wer­den in den Werk­stät­ten der Metall­ge­stal­te­rIn­nen Türen, Tore, Gelän­der, Mes­ser, Metall­mö­bel oder Feu­er­stel­len geschmie­det, gehäm­mert, gebo­gen oder geschweißt.

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Nutz­fahr­zeug­tech­nik:
Im Fach­be­reich Nutz­fahr­zeug­tech­nik stellst du Fahr­zeug­rah­men, Karos­se­ri­en, Fahr­wer­ke und Auf­bau­ten für Nutz­kraft­fahr­zeu­ge und Maschi­nen her. Nach der Mon­tie­rung bist du auch für die elek­tro­tech­ni­schen Ein­rich­tun­gen, wie bei­spiels­wei­se Brems­an­la­gen und Kühl­sys­te­me, zustän­dig.
In der Aus­bil­dung lernst du, Metal­le zu bear­bei­ten, zu schwei­ßen und zu ver­nie­ten.
Außer­dem erfährst du, wie hydrau­li­sche, pneu­ma­ti­sche und elek­tri­sche bzw. elek­tro­ni­sche Sys­te­me und Anla­gen instal­liert und gewar­tet wer­den.

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Wie wird man erfolgreiche/r Metall­baue­rIn?

Vor Beginn der Aus­bil­dung musst du dich für eine der drei Fach­rich­tun­gen ent­schei­den. Anschlie­ßend lernst du im Betrieb die Pra­xis und die Theo­rie in der Berufs­schu­le. Die gesam­te Aus­bil­dung dau­ert in der Regel 3,5 Jah­re und schließt mit einer Gesel­len­prü­fung ab.

Wel­che Fähig­kei­ten sind wich­tig und wel­cher Schul­ab­schluss ist Vor­aus­set­zung?

  • Berufs­bil­dungs­rei­fe
  • kör­per­li­che Fit­ness
  • Inter­es­se an Mathe, Tech­nik und Phy­sik
  • hand­werk­li­ches Geschick
  • räum­li­ches Vor­stel­lungs­ver­mö­gen
  • Genau­ig­keit und Sorg­falt
  • selbst­stän­di­ges Arbei­ten
  • Bega­bung im tech­ni­schen Zeich­nen
  • Team­fä­hig­keit

Wie geht es nach der Aus­bil­dung wei­ter?

Kon­struk­ti­ons­tech­ni­ke­rIn­nen arbei­ten in Hand­werks­be­trie­ben des Metall­baus oder in Betrie­ben, die sich auf die Ver­ar­bei­tung von Metall im Aus- oder Hoch­bau spe­zia­li­siert haben (z.B. Dach­de­cker­be­trie­be oder Fas­sa­den­bau­un­ter­neh­men).

Metall­ge­stal­te­rIn­nen kön­nen in Metall­bau­be­trie­ben arbei­ten, die sich auf die Pro­duk­ti­on, Mon­ta­ge und Repa­ra­tur von gestal­te­ten Schmie­de­tei­len oder Metall­bau­kon­struk­tio­nen für indus­tri­el­le Zwe­cke spe­zia­li­siert haben arbei­ten. Ein wei­te­res Ein­satz­ge­biet sind Betrie­be, die kunst­ge­werb­li­che oder his­to­ri­sche Arti­kel nach­bau­en und restau­rie­ren.

Metall­baue­rIn­nen der Fach­rich­tung Nutz­fahr­zeug­bau arbei­ten hin­ge­gen ent­we­der in Repa­ra­tur­werk­stät­ten oder in Betrie­ben des Kraft­fahr­zeug- oder Maschi­nen­baus.

Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten gibt es eini­ge. So kannst du dich zum einen als Tech­ni­ke­rIn qua­li­fi­zie­ren und dadurch dein Know-how erwei­tern sowie dein Gehalt stei­gern. Zum ande­ren ist die Erlan­gung des Meis­ter­ti­tels mög­lich. Damit kannst du dich anschlie­ßend selb­stän­dig machen und sel­ber aus­bil­den. Die Stei­ge­rung der Ver­ant­wor­tung schlägt sich natür­lich auch in dei­nem Gehalt nie­der.
Die Qua­li­fi­zie­rung zum Betriebs­wirt des Hand­werks stellt eine wei­ter Opti­on dar. Im Ver­gleich zu Absol­ven­ten des rei­nen BWL-Stu­di­ums kannst du mit dei­nem in der Aus­bil­dung gesam­mel­ten Vor­wis­sen punk­ten.

Fol­gen­de Sei­te bie­tet einen guten Über­blick über die ver­schie­de­nen Lauf­bah­nen: https://www.metallhandwerk.de/berufslaufbahnkonzept/2017/

Gehalt wäh­rend der Aus­bil­dung:

Durch­schnitt­li­ches Ein­stiegs­ge­halt:

Das Ein­stiegs­ge­halt hängt von ver­schie­de­nen Fak­to­ren ab (z.B. ob du in einem Indus­trie­un­ter­neh­men oder in einem Hand­werks­be­trieb arbei­test).
Für Metall­baue­rIn­nen liegt der Ver­dienst, unab­hän­gig von der gewähl­ten Fach­rich­tung, in den ers­ten drei Beschäf­ti­gungs­jah­ren gene­rell zwi­schen 1800 bis 2200 Euro monat­lich.

Mit den Jah­ren der Beschäf­ti­gung steigt dein Ver­dienst dann wei­ter an, da du mit der Zeit ver­ant­wor­tungs­vol­le­re Auf­ga­ben über­neh­men kannst. In den höchs­ten Gehalts­grup­pen kannst du als Vor­ar­bei­ter sogar zwi­schen 3800 bis 4200 Euro ver­die­nen.

Falls dich eine Aus­bil­dung als Metall­baue­rIn inter­es­siert, dann erhältst du hier wei­te­re Infos: http://www.metallausbildung.info/